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Was sind Landfrauen?


Was sind Landfrauen?

W A S   S I N D   L A N D F R A U E N ? 

Bereits 1898 begann die Landfrauenbewegung.Am 02.02.1898 wurde der erste landwirtschaftliche Hausfrauenverein in Rastenburg (Ostpreußen) (heute Polen) von Elisabet Boehm gegründet. Die damaligen Ziele waren z. B. bessere Ausbildung für Frauen und materielle Verbesserung für die Frauen auf dem Land. Man muss bedenken, dass zu dieser Zeit die Frauen keinerlei Rechte hatten. Sie hatten ebenso wenig ein Wahlrecht (welches erst am 12.11.1918 zugelassen wurde)wie ein Ausbildungsrecht. Stimmrechte in der Familie waren auch nicht gegeben. Frauen hatten lediglich Pflichten. Dazu gehörte Kinder bekommen und groß ziehen und sich um den Haushalt und die Landwirtschaft kümmern.
Elisabet Boehm wollte den Frauen helfen sich aus ihrer diskriminierenden Stellung in der Gesellschaft zu befreien. Sie richtete Ausbildungsstätten ein und gab Schulungen in denen sich die Frauen über die neuesten technischen Errungenschaften der Hauswirtschaft informieren konnten um die tägliche Arbeit zu erleichtern. In Lehrgängen konnten die Frauen spinnen, weben, färben und andere Handwerke erlernen. Mit diesen Kenntnissen konnte die Ernte von Flachs und Hanf selbst verarbeitet werden. Frau Boehm schaffte Verkaufstellen und Vorstellungen zu grünen Wochen, so dass die Frauen ihre landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkte vermarkten konnten um für sich selbst etwas Geld zu erwirtschaften. Frau Boehm organisierte Betriebsbesichtigungen bei denen sich die Frauen hervorragend austauschen und weiterbilden konnten.
1905 hatten sich bereits 7 Vereine gegründet. 1916 wurde der erste Reichsverband (heute vergleichbar mit dem Deutschen Land-Frauenverband) gegründet, den Elisabet Boehm bis 1929, ihrem 70. Lebensjahr leitete. Die Landfrauenbewegung nahm ihren Weg durch ganz Deutschland und Vereine schossen wie Pilze aus dem Boden. Der Ruf schallte über die deutschen Grenzen hinaus und in Österreich und anderen europäischen Staaten bildeten sich ebenso zahlreiche Vereine und Verbände.
Die fleißige Biene war von Anfang an das Symbol der Landfrauen und ist bis heute das Markenzeichen geblieben. Damals hatte jeder Landesverband sein eigenes Bienchen kreiert und auf dem Rücken stand der jeweilige Verbandsname in Abkürzung. Heute gibt es eine einheitliche Biene für alle Verbände.
Bis 1933 wuchs die Landfrauenbewegung und wurde dankend angenommen. Doch mit der Machtübernahme des NS Regimes wurden auch die Landfrauenverbände umstrukturiert und in die politische Richtung gesteuert. Die Biene als Landfrauensymbol wurde verboten.
Nach dem II. Weltkrieg und der Teilung Deutschlands, blieb die Landfrauenbewegung in der russischen Besatzungszone nicht erlaubt und geriet langsam in Vergessenheit. In der westlichen Besatzungszone durfte sich 1948 der Landfrauenverband neu gründen und hat sich bis heute (ca. 550.000 Mitglieder) fest etabliert. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 konnte am 19.10.1991 in Ohrdruf der Thüringer Landfrauenverband, mit 33 Mitgliedern, gegründet werden.
Heute haben wir in Thüringen ca. 184 Ortsvereine mit insgesamt ca.3450 Mitgliedern darunter ca. 180 Männer.
Auch heute sind die Ziele den damaligen ähnlich. Wir geben immer noch zahlreiche Schulungen und Seminare und bilden damit nicht nur Landfrauen sondern alle Bürger im ländlichen Raum weiter. Wir pflegen das Brauchtum und wirken mit bei kulturellen, öffentlichen Veranstaltungen. Auf Messen sind wir ebenfalls zu finden und stellen uns vor. Wir arbeiten eng mit anderen Vereinen zusammen und helfen uns gegenseitig nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“. Seniorenbetreuung, binden von Erntekronen für Kirchen und Gemeinden, Haushaltshilfe, Grünanlagenpflege, Betreuung von Blutspendern und vieles, vieles mehr, das sind die ehrenamtlichen Arbeiten der Landfrauen heute. Natürlich backen wir auch Kuchen und bieten ihn an.
Jährlich bringen die Landfrauen mit unzähligen ehrenamtlichen Stunden eine Bereicherung für den ländlichen Raum.





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